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Pflegeversicherung

Wer pflegebedürftig wird – als Folge einer Erkrankung oder einer Behinderung – benötigt oftmals vielfältige Unterstützung. Im Rahmen der Pflegeversicherung helfen wir Ihnen und Ihren pflegenden Angehörigen, mit dieser neuen schwierigen Situation zurechtzukommen.

Für alle Leistungen gilt, dass bereits bei der Einführung der Pflegeversicherung davon ausgegangen wurde, dass es sich hierbei nur um eine Art "Teilkaskoversicherung" handeln könne. Demzufolge müssen Betroffene in der Regel einen Teil der Kosten selbst übernehmen.

Wonach wird beurteilt, ob ein Mensch pflegebedürftig ist?

Maßgeblich für das Vorliegen von Pflegebedürftigkeit sind die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten in den nachfolgenden sechs Bereichen:

1. Mobilität
    Wie selbständig kann der Mensch sich fortbewegen und seine Körperhaltung ändern?

2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
    Wie findet sich der Mensch in seinem Alltag örtlich und zeitlich zurecht? Kann er für sich selbst Entscheidungen treffen?
    Kann die Person Gespräche führen und Bedürfnisse mitteilen?

3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
    Wie häufig benötigt der Mensch Hilfe aufgrund von psychischen Problemen, wie etwa agressives oder ängstliches Verhalten?

4. Selbstversorgung 
    Wie selbständig kann sich der Mensch im Alltag bei der Körperpflege, beim Essen und Trinken selbst versorgen ?

5. Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
    Wie aufwändig ist die Unterstützung beim Umgang mit der Krankheit und bei Behandlungen,
    zum Beispiel bei Medikamentengabe oder Verbandswechsel?

6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte
    Wie selbständig kann der Mensch noch den Tagesablauf planen oder Kontakte pflegen?

Aufgrund einer Gesamtbewertung aller Fähigkeiten und Beeinträchtigungen erfolgt die Zuordung zu einem der fünf Pflegegrade.

Wie errechnet sich der jeweilige Pflegegrad?

Die Zuordung zu einem Pflegegrad erfolgt anhand eines Punktesystems. Dazu werden in den oben genannten sechs Bereichen, die jeweils mehrere Einzelkriterien enthalten (zum Beispiel: Essen oder Trinken), für jedes erhobene Kriterium Punkte vergeben. Die Höhe der Punkte orientiert sich daran, wie sehr die Selbständigkeit eingeschränkt ist oder die Fähigkeiten noch vorhanden sind. Grundsätzlich gilt: Je höher die Punktzahl, desto schwerwiegender die Beeinträchtigung.  


Die innerhalb eines Bereiches für die verschiedenen Kriterien vergebenen Punkte werden zusammengezählt und gewichtet. Denn entsprechend ihrer Bedeutung für den Alltag fließen die Ergebnisse aus den einzelnen Bereichen unterschiedlich stark in die Berechnung des Pflegegrades ein. Beispielsweise der Bereich "Selbstversorgung" mit 40 Prozent oder der Bereich "Mobilität" mit 10 Prozent. Die Gewichtung bewirkt, dass die Schwere der Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten von Personen mit körperlichen Defiziten einerseits und kognitiven oder psychischen Defiziten andererseits sachgerecht und angemessen bei der Bildung des Gesamtpunktes berücksichtigt werden. Aus dem Gesamtpunktwert wird das Ausmaß der Pflegebedürftigkeit bestimmt und der Pfelgegrad abgeleitet.

Eine Besonderheit besteht darin, dass nicht beide Werte der Bereiche 2 (kognitive und kommunikative Fähigkeiten) und 3 (Verhaltensweisen und psychische Problemlagen), sondern nur der höchste der beiden gewichteten Punktwerte in die Berechnung eingeht.

Wann liegt Pflegebedürftigkeit vor?

Pflegebedürftigkeit liegt vor, wenn der Gesamtpunktwert mindestens 12,5 Punkte beträgt. Der Grad der Pflegebedürftigkeit bestimmt sich wie folgt:

Pflegegrad 1:  12,5 bis unter 27 Punkte
                        (geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten)

Pflegegrad 2:  27 bis unter 47,5 Punkte
                        (erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten)

Pflegegrad 3:  47,5 bis unter 70 Punkte
                        (schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten)

Pflegegrad 4:  70 bis unter 90 Punkte
                        (schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten)

Pflegegrad 5:  90 bis 100 Punkte
                        (schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten
                        mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung)

 

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