Leistungen finden

Häusliche Pflege

Leistungen der häuslichen Pflege erhalten Pflegebedürftige, die im eigenen Haushalt gepflegt werden. Sie können zwischen Pflegesachleistungen (professionelle Pflegedienste) und Geldleistungen (Pflegegeld) wählen. Ein Anspruch auf Pflegegeld besteht nur, wenn der Pflegebedürftige selbst seine Pflege in geeigneter Weise durch eine Pflegeperson seines Vertrauens sicherstellt. Der Umfang der Leistung richtet sich nach der jeweiligen Pflegestufe.

Aktuelle Höchstbeträge bzw. Sätze des Pflegegeldes

Pflegesachleistungen
Die vom Pflegedienst erbrachten Leistungen rechnet Ihre Pflegekasse ab. Der Gesetzgeber hat für 2016 folgende monatlichen Höchstbeträge festgelegt:

  •  468 Euro (Pflegestufe I)
  • 1.144 Euro (Pflegestufe II)
  • 1.612 Euro (Pflegestufe III)

Bei anerkannt außergewöhnlich hohem Aufwand können für die Pflegestufe III auch bis zu 1.995 EUR gezahlt werden. Sprechen Sie uns an.

Pflegegeld
Je nach Pflegestufe erhalten Sie 2016 monatlich:

  • 244 Euro (Pflegestufe I)
  • 458 Euro (Pflegestufe II)
  • 728 Euro (Pflegestufe III)

Kombinationsleistung
Sie haben die Möglichkeit, Sach- und Geldleistungen miteinander zu kombinieren. Bei der sogenannten Kombinationsleistung können Sie die Versorgung durch einen ambulanten Pflegedienst sowie das Pflegegeld anteilig beanspruchen. Dies kann sinnvoll sein, wenn ein pflegender Angehöriger die notwendige Hilfeleistung nicht voll erbringen kann.  

Unser BKK-Tipp:
Sie können zwischen der Pflegesachleistung, dem Pflegegeld und der Kombinationsleistung frei wählen. Bitte beachten Sie, dass Ihre Entscheidung für die nächsten sechs Monate gültig ist.

Pflegeeinsatz

Zur Gewährleistung muss jeder, der ausschließlich Pflegegeld erhält, mindestens einmal halbjährlich (bei Pflegestufen I und II) bzw. einmal vierteljährlich (bei Pflegestufe III) einen Pflegesatz von einem professionellen Pflegedienst durchführen lassen. Die Kosten für diesen Einsatz bezahlt Ihre Pflegekasse.

Teilstationäre Tages- oder Nachtpflege

Sollte die häusliche Pflege nicht in ausreichendem Umfang sichergestellt sein, zahlt die Pflegeversicherung eine teilstationäre Pflege in Einrichtungen der Tages- oder Nachtpflege einschließlich der Transportkosten.

Unser BKK-Tipp:
Seit 01.01.2015 kann die Tages- oder Nachtpflege ohne Anrechnnung auf die übrigen Pflegeleistungen bezogen werden.

Verhinderungspflege - Urlaubsvertretung für Pflegepersonen

Sollte die Pflegeperson vorübergehend wegen Krankheit, Urlaub oder aus anderen Gründen ausfallen, zahlt die Pflegeversicherung für die Vertretung eine sogenannte Verhinderungspflege für maximal 42 Tage im Kalenderjahr. Die Kosten werden grundsätzlich bis zu einer Höhe von 1.612 Euro übernommen. Voraussetzung für diese Leistung ist, dass der Pflegebedürftige seit mindestens sechs Monaten zu Hause gepflegt wurde.

Wer übernimmt die Betreuung in dieser Zeit? Die Verhinderungspflege kann durch eine vertraute Person - Angehörige, Freunde oder Nachbarn - beziehungsweise durch einen ambulanten Pflegedienst geleistet werden. Alternativ kann auch eine vollstationäre Einrichtung wie zum Beispiel das Pflegeheim die Ersatzpflege übernehmen. Dieser Anspruch kann aus nicht verwendeten Mitteln der Kurzzeitpflege auf bis zu 2.418 Euro erhöht werden. Generell zahlen wir Ihnen für die ersten vier Wochen die Hälfte Ihres bisherigen Pflegegeldes.

Hinweis: Wird die Ersatzpflege durch Personen erbracht, die mit dem Pflegebedürftigen bis zum 2. Grad verwandt bzw. verschwägert sind oder mit ihm in einem gemeinsamen Haushalt leben, zahlt die Pflegekasse das 1,5-fache des maßgeblichen Pflegegeldes. Entsteht durch die Übernahme der Pflege ein Verdienstausfall oder Fahrkosten, werden diese zusätzlich erstattet. Hier ist auch der Höchstbetrag von max. 1.612 Euro (inkl. Pflegegeld) entscheidend.

Kurzzeitpflege

Für eine vorübergehende vollstationäre Pflege (bis zu vier Wochen pro Kalenderjahr) zahlt die Pflegeversicherung 1.612 Euro. Die Kurzzeitpflege kommt zum Beispiel nach schweren Operationen in Betracht, wenn der Aufenthalt des Pflegebedürftigen in der Wohnung noch nicht möglich ist oder sich die Pflegebedürftigkeit kurzzeitig verschlimmert. Haben Sie bisher noch keine Verhinderungspflege oder nur teilweise in Anspruch genommen, so haben Sie auch die Möglichkeit, die Leistungen für die Kurzzeitpflege für weitere vier Wochen zu nutzen. Die Pflegeversicherung zahlt Ihnen dann bis zu 3.224 Euro. Generell zahlen wir Ihnen für die ersten vier Wochen die Hälfte Ihres bisherigen Pflegegeldes.

Pflegehilfsmittel

Für Pflegehilfsmittel, die verbraucht werden (Desinfektionsmittel, Unterlagen), zahlt Ihnen die Pflegeversicherung bis zu 40 Euro pro Kalendermonat.

Ebenfalls übernommen werden die Kosten für technische Hilfsmittel (z. B. Pflegebetten). Bei solchen einmaligen Anschaffungen zahlen Erwachsene 10 % der Kosten, höchstens aber 25 Euro. Sie sind von den Zuzahlungen befreit, dann brauchen Sie auch hier nichts zuzahlen. Für geliehene Hilfsmittel entfällt grundsätzlich die Zuzahlung.

Der Hausnotruf gilt ebenfalls als Pflegehilfsmittel. Die Pflegeversicherung unterstützt Sie bei der Beschaffung dieses sinnvollen Instruments, das Ihre Sicherheit zu Hause bei sachgemäßer Anwendung erheblich steigert. Bei der Suche nach einem Anbieter unterstützen wir Sie gern.

Wohnungsanpassung

Eventuell muss die Wohnung umgebaut werden, damit der Pflegebedürftige selbstständiger leben kann oder die Pflege erleichtert wird. Wir bezuschussen solche Umbauten mit bis zu 4.000 Euro je Maßnahme. Diese muss vorab beantragt und durch die Pflegekasse genehmigt werden. Gerne senden wir Ihnen einen Antrag zu. Voraussetzung für die Kostenübernahme ist außerdem, dass nicht andere Sozialleistungsträger für Umbaumaßnahmen zuständig sind.

Sie haben Fragen? Wir beraten Sie gern.

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